Jawbone Up: Das Fitnessarmband im Test

Wie lässt sich am besten der innerne Schweinehund besiegen? Anhänger der Quantified Self Bewegung setzen auf elektronische Hilfsmittel, um die eigenen Aktivitäten zu messen, zu vergleichen und sich selbst zu motivieren.

Das Fitnessarmband Jawbone Up gehört zu den bekanntesten Gadgets in diesem Bereich. Nachdem sich der Hersteller mit der Markteinführung im vergangenen Jahr nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat – das Armband wurde kurz nach dem Verkaufsstart wieder vom Markt genommen, da sich bei den Käufern die Probleme mit dem Band häuften – hat Jawbone das Up jetzt in einer zweiten und vollständig überarbeiteten Version auf den Markt gebracht.

Jawbone Up Verpackung

Schön verpackt: Der Fitnesstracker Up von Jawbone.

Wir haben uns den Fitnesstracker genauer angesehen und erläutern in diesem Testbericht die Vor- und Nachteile.

Jawbone Up im Test

Sieht schick aus und ist hochwertig verarbeitet: Das Fitnessarmband Jawbone Up

Jawbone Up: Erster Eindruck

Das in acht Farben erhältliche Up Armband sieht schick aus und ist hochwertig verarbeitet. Für unseren Geschmack könnte es etwas flacher sein, beim Tragen fallen die Abmessungen jedoch nicht unangenehm auf. Das Band wird über den Kopfhöreranschluss des Smartphones (iPhone oder Android) mit der Jawbone Up App synchronisiert (dazu später mehr). Der dafür notwendige Stecker wird mit einer kleinen Abdeckung am Armband verdeckt. Wird die Abdeckung auf den Anschluss aufgesteckt, ist sie mit dem Armband durchaus sicher verbunden – trotzdem muss man im Alltag während der Synchronisierung des Armbands auf die Abdeckung acht geben, um sie nicht zu verlieren.

fitnessarmband

Das Up lässt sich angenehm tragen.

Die Funktionen im Überblick

Das Up Fitnessarmband zeichnet die Bewegungen seines Besitzers auf. Dabei werden Schritte, Distanzen, verbrannte Kalorien sowie die Dauer und Intensitität der Bewung protokolliert. Im Gegensatz zu ähnlichen Produkten, wie beispielsweise dem Nike Fuelband oder dem Fitness-Tracker von Fitbit, werden die Werte allerdings nicht auf einem integrierten Display, sondern ausschließlich (nach einer vorherigen Synchronisation) in der Smarthone-App ausgegeben. Das schont zwar den Akku und ermöglicht eine kompakte und roboste Bauweise des Armbands, auf der anderen Seite wäre es sicherlich noch motivierender, zwischendurch einen schnellen Blick auf die aktuellen Werte werfen zu können.

In unserem Test hat die Auswertung der Aktivität präzise funktioniert. Das Armband erkennt, ob der Besizter läuft oder beispielsweise Arbeit am PC verrichtet.

Das Up kann aber noch mehr: Das Armband erkennt, wie viele Stunden sein Besitzer schläft und registriert Leicht-, beziehungsweise Tiefschlafphasen und die Aufwachmomente. Völlig automatisch passiert das allerdings nicht: Der Besitzer muss das Band manuell in den „Schlafmodus“ versetzen, was über einen kleinen Knopf an einem Ende des Bands passiert. Über eine LED im Armband wird der jeweilige Modus dargestellt.

Überzeugt hat uns in unserem Test der ebenfalls integrierte Schlafphasenwecker. Nach dem Aktivieren des Weckers (erfolgt über die Smartphone App) weckt das Band seinen Besitzer mit einer Vibration zum „optimalen“ Zeitpunkt (innerhalb von 20 Minuten vor der gewünschten Weckzeit) – nämlich dann, wenn man sich gerade in einer Leichtschlafphase befindet. Im Ergebnis führt das dazu, dass man sich tatsächlich entspannter und ausgeschlafener fühlt.

Unserer Meinung nach rechtfertigt allein schon diese Funktion den Preis des Jawbone Ups (rund 130 Euro), da alternative Schlafphasenwecker zum Teil deutlich teurer sind. So kostet der Wecker von aXbo beispielsweise rund 180 Euro – und bietet ausschließlich die Weckfunktion und keine darüber hinausgehenden Funktionen wie das Jawbone Up.

Synchronisation, Akkulaufzeit und iPhone App

Im Gegensatz zu den Alternativen Nike Fuelband und Fitbit bietet das Jawbone Up keine drahtlose Synchronisation. Stattdessen muss die Abdeckung des Steckers vom Armband entfernt und der Stecker in den Kopfhöreranschluss des Smartphones (iPhone oder Android) gesteckt werden. Diese Variante ist natürlich umständlicher als die drahtlose Synchronisation, ermöglicht auf der anderen Seite aber eine lange Akkulaufzeit von rund zehn Tagen. Das Band wird nach dem Einstecken von der App erkannt, der Synchronisationsvorgang startet automatisch und ist nach einigen Sekunden bereits abgeschlossen.

up-iphone-app

Die iPhone App sieht schön aus und ist einfach zu bedienen.

Getestet haben wir das Jawbone Up zusammen mit einem iPhone 5. Die von Jawbone bereitgestellte iPhone App hat eine ansprechende Oberfläche und funktioniert problemlos. Wer unter seinen Bekannten Up-Besitzer hat, kann sie als Teammitglieder hinzufügen – gemeinsam kommt man doch am besten gegen den inneren Schweinehund an… Natürlich lassen sich die Aktivitäten und erreichten Ziele auch auf Facebook und Twitter teilen.

Wer möchte, kann mit der App zusätzlich sein Essverhalten protokollieren. Das funktioniert über einen praktischen Barcode-Scanner oder über die manuelle Eingabe der Gerichte. Praktisch sind auch die Gesundheitstipps, die in der App angezeigt werden. Somit zeichnet die App nicht nur die eigenen Aktivitäten auf, sondern liefert gleich einige Optimierungsvorschläge mit.

Fazit

Das Jawbone Up ist ein empfehlenswertes Fitness Armband, das sich angenehm tragen lässt und hochwertig verarbeitet ist. Die Bedienung ist simpel und auch die optisch ansprechende Phone App hat und überzeugt. Im Vergleich zu den Alternativen Aktivitätstracker Fitbit und Nike Fuelband bietet das Up keine automatische Synchronisation und kein Display, dafür aber eine lange Akkulaufzeit. Mit einem Preis von 130 Euro liegt das Fitnessarmband im Vergleich zu den Alternativen (siehe unten) im oberen Bereich, bietet dafür aber auch einen integrierten Schlafphasenwecker.

Preis und Verfügbarkeit

Das Armband kostet rund 130 Euro und ist in verschiedenen Farben und Größen erhätlich. In Deutschland könnt Ihr das Jawbone Up beispielsweise bei Cyberport.de bestellen.

In dem folgenden Video habe ich das Armband kurz vorgestellt:

Jawbone Up Alternativen

Wer sich mit dem Up nicht anfreunden möchte, kann zu den Alternativen von Fitbit (Fitbit Flex) oder Nike (Nike+ Fuelband) greifen (siehe auch: Jawbone Up oder Fitbit Flex? Die Fitness-Armbänder im Vergleich). Sowohl das Flex als auch das Fuelband bietet eine drahtlose Synchronisierung an. Das Fuelband ist darüber hinaus mit einem Display ausgestattet. Ein Display bietet zudem der Aktivitätstracker Fitbit One, der allerdings nicht am Arm getragen wird sondern stattdessen mit einem Clip an der Kleidung befestigt wird. Preislich sind die Aktivitsätracker Fitbit One und Fitbit Flex mit rund 100 Euro am günstigsten. Das Nike+ Fuelband kostet rund 140 Euro. Den integrierten Schlafphasenwecker bietet zur Zeit allerdings nur das Jawbone Up.

Weiterführende Links

2 Gedanken zu „Jawbone Up: Das Fitnessarmband im Test

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